







Höhepunkt war die Fragerunde mit Hausherrn Friedrich Scherz, wo Leute aus dem Publikum Fragen stellen konnten, doch kritische Fragen waren natürlich nicht dabei, und ich bekam das Mikro natürlich nicht. So sah ich mich gegen Ende dann gezwungen, per Reinrufen deutlich zu machen, dass es auch Menschen gibt, die eine andere Meinung haben, besonders beim Thema Aufrüstung der Bundeswehr. Außer mir hat sich keiner getraut. Direkt wurde ich von der Polizei angezählt, wie das ausging, seht selbst.
Vorwurf: „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ (StGB. 86a) Was war geschehen? Im Mai 2024 besuchte ich zwecks Berichterstattung die 75 Jahre Grundgesetz Feier vor dem Reichstagsgebäude. Dort war u.a. ein Stand der Bundeswehr, vor diesem wurden Kinder und Jugendliche animiert, Liegestütze zu machen, was sie auch taten. Dies weckte bei mir dunkle Erinnerungen an den Volkssturm gegen Ende des zweiten Weltkrieges, wo auch Kinder und Jugendliche als letztes Aufgebot an der Front verheizt wurden. Wie im Video zu sehen, machte ich sarkastische Bemerkungen dazu mit Bezug zur Ukraine, sie schenkten mir noch eine Tasche mit der Aufschrift „Wir kämpfen dafür, dass Du auch gegen uns sein kannst.“ Was in dem Video nicht zu sehen ist, ich verabschiedete mich dann mit der eigentlich verbotenen Parole S. H. . In diesem Zusammenhang war sie jedoch nicht verboten, sie ist nämlich erlaubt bei: – Kunst/Satire – Berichterstattung – Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen – nicht NS-Zeit verherrlichend gemeint (im Gegenteil) Dennoch wurde ich hier in erster Instanz für schuldig befunden, ein Justiz-Skandal, mal wieder.
Wir möchten die fortschreitende Zensur auf kreative Weise thematisieren – mit satirischen Beiträgen und künstlerischem Scharfsinn. Unter dem Motto „Mehr Zensur wagen“ laden wir mutige Künstlerinnen und Künstler dazu ein, mit Kurzvideos auf den Zerfall der Meinungs- und Kunstfreiheit in Deutschland aufmerksam zu machen.
Wir sind eine Gruppe von Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft. Wir beobachten seit einigen Jahren den stetig enger werdenden Meinungskorridor, der unter dem Deckmantel der Rettung der Demokratie entsteht.
Wir haben Fragen!
Ist es demokratisch, dass ein Mensch für das öffentliche Teilen einer Meinung mittlerweile eine große Portion Mut benötigt, weil er ggf. berufliche und/oder gesellschaftliche Nachteile zu befürchten hat?
Wir reden hier nicht von klaren menschenfeindlichen Aussagen – diese respektieren wir selbstverständlich nicht. Das möchten wir ausdrücklich betonen!